Ich schwebe. Vor mir die Band und gelbe, pinke Lichter. Die Musik schwebt mit mir. Ich meine über einem sonnendurchströmten Feld zu schweben. Und alles und alle um mich gleich mit. Ich verstehe nicht, was sie sagen, aber ich schwebe mit ihnen. Es geht nur um den Moment, um das Gefühl. Alle bewegen sich im Takt und sind völlig verloren in den Klängen, die ertönen.Die Musik ist sehr laut, lässt einen über nichts anderes mehr nachdenken.

So in etwa habe ich das Konzert von What Josephine Saw in Erinnerung. Es fand im Stall 6 statt im Rahmen des Lauter Festivals, welches junge zürcher Musikerinnen und Musiker zeigt. Der Abend war noch nicht spät, der Stall noch nicht voll, das Konzert sehr kurz, und doch schafften sie es, mich komplett abzuholen und mich in ihre Welt der Musik voller Begeisterung zu beamen. Ich war begeistert von diesem Schweben.
ob ein Song funktioniert, ob er einen trägt, schweben lässt, man erfährt, ob die Musik rollt und fliesst. Wenn man musikhörend durch die Nacht oder noch besser durch die Abendstimmung braust, spürt man ausserdem schnell, ob die Musik in einem Glücksgefühle auslöst und einem Energie gibt. Es ist diese Qualität von Musik, die uns interessiert. (Dimitri, Gitarrist)
Dieses Zitat fand ich in einem Interview. Es überraschte mich so, weil ich genau das, dieses Schweben spürte, als ich ihre Musik hörte. Faszinierend, dass sie genau das mit ihrer Musik erreichen wollen, und es bei mir genau so angekommen ist. Ein Grund, warum ich von ihnen immer noch einen so guten Eindruck habe.
Ich habe versucht, ihre Musik ein wenig zu analysieren, um diesem sommerlichen Schweben, dass sie versprüht, nachzugehen. Was mir als erstes aufgefallen ist, war der einheitliche Ton. Die verschiedenen Instrumente sind sehr ineinander verwoben, ergänzen sich, vermischen sich. Zudem sind die Gitarrentöne sehr hoch und flüchtig, was einen von Freiheit, Leichtigkeit und Sonne träumen lässt. Auch verwenden sie in ihren Liedern kaum Mollklänge. Und wenn doch, dann wandeln sie sich sogleich wieder in seufzendes Dur um, um den Sommer, den Moment, und die Musik zu feiern.
Eva Tschopp, 25. Juni 2017