
Ich kam völlig unvorbereitet in den Raum. Ich wusste nur, dass sie Ester Rada heisst und es ein Jazz-Konzert sein wird. Weil wir früh dran waren, musste ich und meine zwei Freundinnen warten. Wir standen im mittelgrossen Raum des Moods. Vorne war die Bühne mit den Instrumenten (Schlagzeug, Bass, Keyboard, Saxophon, Posaune, Trompete und Gitarre) hinten gab es eine Bar. Als die Band endlich auf die Bühne kam, applaudierten alle und ohne etwas zu sagen fingen sie an zu spielen. Es gab ein Intro, bei dem die Bläser im Vordergrund standen. Ich bemerkte das der Rhythmus innerhalb des Stückes öfters änderte. Nach dem Intro erklärten die Gruppe, dass sie aus Israel kommen und Ester Rada äthiopische Wurzeln hat. Ich war erstaunt, obwohl ich mir vor dem Konzert gedacht habe, dass «Ester» ein jüdischer Name sein könnte. Folgend auf die Dankesrede, an die Personen, die ermöglichten, dass sie auf ihrer Rundfahrt ein Zwischenstopp in Zürich einlegen konnten, fingen sie an zu spielen. Wir drei standen ganz vorne und hatten freien Blick auf die Band und ihre Solistin. Es zog uns ziemlich schnell hinein und wir tanzten zu der guten Musik. Ihre Art von Musik hat immer wieder Stellen, bei der nur die Instrumente alleine spielen. In diesen Momenten tanzte auch die Sängerin mit. Mir kam sie deswegen sehr sympathisch vor. Zwischen den Liedern redete sie mit uns und fragte uns Sachen. Sie reagierte auf unsere Reaktionen und sagte uns wir sollten klatschen oder mitsingen. Vor einem bestimmten Stück hat sie uns gefragt was man macht, wenn man glücklich ist. Sie erklärte uns, dass wir erstens hüpfen und zweitens mit den Schultern wackeln. Also sind wir dann alle beim nächsten Song gemeinsam gehüpft und haben mit den Schultern gewackelt. Die Stimmung war sehr super. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu tanzen.
Eines der besten Momente war für mich das sie ein Lied auf Hebräisch gesungen hat. Komischerweise habe ich mich viel näher zu ihr gefühlt sobald ich erfahren habe, dass sie in Israel lebt. Das liegt daran, dass dies auch ein Teil von mir ist. Wir Menschen fühlen uns näher, sobald wir Gemeinsamkeiten finden.
Um auf den Punkt zu kommen: Sie hat dann ein Lied auf Hebräisch gesungen und ich war mit noch einer Person die einzige, die es verstanden hat. Deswegen fühlte sich das Lied so persönlich an und gefiel mir besonders.
Leider endete das Konzert irgendwann, mit viel Applaus. Wir drei gingen nachher hinaus und konnten gar nicht mehr aufhören darüber zu reden wie gut wir es fanden. Es gab so viele kleine Sachen «die wir fühlten» oder gar Personen. Die ganze Performance war genial. Spät am Abend heimgekommen recherchierte ich weitere Informationen über die Band und Ester Rada, so begeistert war ich.
Ich habe leider keine Videos gemacht, weil ich während des Konzert hin und hergerissen war. Ich wollte keine Sekunde verpassen, aber die Stimmung und Musik festhalten. Ich entschied mich fürs keine Sekunde verpassen und das Konzert in meinem Gedächtnis als eines der besten Konzerte zu behalten.
Hier ein Video aus dem Internet. es war zwar nicht das gleiche Konzert, doch die Stimmung war die selbe.
https://www.youtube.com/watch?v=EGLNRfUmCs0
Ich finde, Ester Rada hat eine irrsinnig schöne Stimme. Sie lässt der Musik freien Raum und füllt ihn mit ihrem Gesang aus. Durch ihre Musik brachte sie verschiedene Kulturen zusammen. Es gab Äthiopische, Hebräische und englische Lieder. Einige davon waren Covers, andere eigene Stücke. Für mich war der spontane Konzert Besuch ein riesen Erfolg und ich bin meiner Freundin sehr dankbar das sie mich eingeladen hat.
Wenn ihr je die Chance habt an ein Konzert von ihr zu gehen und Jazz Musik mit viel tanzen mögt, dann geht unbedingt.
Blog von Adina am 22,6,2018