Am 18 November 2023 durfte ich, als Geschenk meiner Eltern, das Rap City Konzert im Hallenstadion Zürich besuchen. Das Line-up umfasste 12 Bands, darunter den Künstler Yung Hurn, dem ich meinen Bericht widmen möchte.
Yung Hurn gilt als Rebell im Hip-Hop-Business. Als Rapper verstösst er gegen alle ungeschriebenen Regeln der Szene, indem er zum Beispiel auch Elemente des Indierock in seine Hiphop-Lieder mischt. In seinen Songs rappt er von seinem Leben im Luxus, von Frauen und Drogen. Er ist 1995 geboren (28 Jahre alt) und stammt aus Österreich. Im Jahr 2014 fing er mit dem Singen an, nach dem er die Schule abgebrochen hatte.

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Yung Hurns Auftrifft fand von 19:45 bis 20:30 Uhr statt. Es waren für mich die mit Abstand schönsten 75 min des ganzen Abends. Das wurde mir bereits bewusst, als er auf die Bühne trat und das ganze Publikum in Geschrei und Applaus verfiel. Er startete das Konzert mit einem seiner populärsten Hits. Sofort war auch das Publikum elektrisiert und hüpfte wie wild auf und ab. Nach dem ersten Lied warteten alle gebannt auf das nächste. Da nahm er sich aber eine Minute, um sich bei Zürich zu bedanken und eine gute Zeit zu wünschen. Viele Mädchen kreischten schon bei diesen blossen Worten auf – darunter auch ich😝. Er lies uns aber nicht lange warten und fuhr fort, seine Lieder live zu präsentieren. Dabei spürte ich denn Bass in meinem ganzen Körper und hörte seine Stimme so laut, dass ich alles andere für den Moment vergessen konnte. So verflog die Zeit. Bei dem Lied ,Bianco’ blieb ich für einen Moment ruhig stehen, vergass die Umgebung und liess mich einfach von einem grossen Glücksgefühlt überfluten. Der Schweiss, der von den dicht gedrängten Leuten neben mir in meine Nase stiess, war mir egal und auch die Hitze, welche im Raum herrschte, ignorierte ich. Bei jedem Feuerspektakel auf der Bühne schien die Hitze im dicht gefühlten Hallenstadion um ein paar Grad zu steigen. Gleiches taten auch meine Mundwinkel, die einfach nur lächeln mussten. ‚Bianco‘ ist mein Lieblingslied von Yung Hurn. Ich verknüpfe es mit einem sehr schönem Sommerabend, bei dem das Lied in Dauerschleife lief.
Die Stimmung am Konzert war einfach genial. Dazu kamen die ganzen blickenden, farbigen Lichter, welche mich zusätzlich in eine euphorische Stimmung versetzten.
Nach einer Weile kündigte er das letzte Stück an. Allerdings liessen wir ihn danach noch nicht gehen, sondern forderten lautstark eine Zugabe. Am Ende der zweiten Zugabe verliess er dann die Bühne. Da merkte ich, wie stickig es in der Halle war und war froh, an die frische Luft gehen zu können.
Im Nachhinein würde ich von meinen Eltern gefragt, was ich von seinen zum Teil frauenfeindlichen Liedertexten halte. Denn tatsächlich wird Yung Hurn häufig kritisiert, dass seine Text rassistischen und sexistischen Inhalte hätten. Es finden sich wirklich in den meisten Stücken hinweise auf Frauen, die als Sexobjekte dienen. Im Stück „Pony“ lautet ein Abschnitt beispielsweise:
“Ich hab‘ Money (Money) so wie Johnny (so wie Johnny)
Kleine Bitch (tch, tch, tch, tch) ist mein Pony (yeehaw, uh, ah)
Sie macht Sport, ja, sie hat gute Kondi (gute Ko-)
Kleine Bitch reitet so wie ein Pony (yeehaw)“
Auch in anderen Texten finden sich ähnliche Inhalte. Aber ich glaube, dass Yung Hurn nur mit seinem Gangsta Rap Image spielt und bewusst auf ironische Weise übertreibt, um zu provozieren und eventuell auch bekannter zu werden. Ich selber empfand Young Hurn als äusserst sympathischen und keineswegs respektlosen Mann.
von lisa Peijan, 2gM