Von Fanny und Sara 2fM
Am 19. November 2025 sind wir mit unserer Klasse im Opernhaus MacBeth schauen gegangen. Als wir hereinkamen hat uns die Stimmung direkt gepackt. Man fühlte sich fast ein bisschen so, als ob man eine andere Welt betreten würde. Die Leute bei der Garderobe und am Eingang bemühten sich sehr, um ihren Gästen einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Wir finden man hat gemerkt, dass alle sehr eingespannt und in ihrem Element waren.
Auch die anderen Gäste schienen voller Vorfreude zu sein und waren alle schick angezogen. Unsere Plätze waren super und wir hatten einen optimalen Ausblick auf die Bühne. Als die Vorführung startete, wurde es ganz still und alle schauten gebannt nach vorne. Die Vorführung begann.
Das Stück war aufgeteilt in drei Akte. Im ersten Akt wurde Mac Beth von den drei Hexen, welche hier von nackten Zwittern verkörpert wurden aufgesucht.
In einem Interview mit dem „Macbeth“ Regisseur Barrie Kosky wurde die Sache mit den Hexen angesprochen; warum waren es keine Hexen sondern diese Nackten gestalten? Kosky erzählte, dass er das Stück in seinem Leben schon sehr oft und auch in immer unterschiedlichen Formen aufgeführt habe. Dabei wären auch die Hexen immer anders verkörpert worden. Mal nur von Männern, mal nur von Frauen, mal von „realen“ Hexen. Doch bei der Oper war es für ihn klar, dass es viel mehr um die Frage gehen sollte, was die Hexen für Macbeth sind. Dies war klar der Wahnsinn, eine Halluzination, Ausgeburten seiner Fantasie, weswegen er sie auch nicht genau auf etwas festlegen wollte. Sie sind nicht das eine oder das andere, sie sollten alles sein. Männlich, weiblich, tot, lebendig, irreal und real. Um glaubwürdig zu sein, müssen sie aus Macbeth‘s Perspektive gedacht werden. Und um dies zu erreichen, dürfte die Identität der Gestalten nicht durch ihr Kostüm definiert sein.

Eben diese Fantasien von Macbeth prophezeiten ihm, dass er der Thane of Cawdor, also der Heerführer der Schottischen Truppen im Krieg, und später der Nachfolger des Königs werden würde. Die erste Prophezeiung der Zwitter traf ein. Das ganze wurde von sehr dramatischer Musik begleitet, so wie es in Opern üblich ist. Das Bühnenbild war eher schlicht gehalten. Eigentlich war alles dunkel aber es schien wie ein langer Gang, denn es gab Lichter, welche von vorne bis nach ganz hinten gingen. Zudem gab es eine Art Lichtkegel, welcher sich stets nach oben und unten bewegte, je nach dem was wo gerade passierte. Wir haben uns in der Klasse Gedanken gemacht, was dieser Kegel zu bedeuten hatte und sind auf mehrere Theorien gekommen. Unsere eine Überlegung war, dass der Kegel das Bewusstsein von Mac Beth darstellen könnte. Der Kegel wäre dann also das, was er bewusst wahrnimmt und das ausserhalb des Kegels das, was um oder in ihm passiert, er aber nicht bewusst wahrnimmt. Dafür sprechen würde auch die generelle Stimmung während der ganzen Vorstellung, da diese sehr düster war und der Wahnsinn ein grosses Motiv dabei war. Kosky erklärte, dass die Figuren in dem Lichtkegel sich wie Laborratten in einem Käfig bewegen würden und man aber nicht genau wüsste, was das Licht ist; Schicksal, Natur, klinische Künstlichkeit? Der Kontrast von Hell und Dunkel seie aber sehr wichtig, was das Bühnenbild angehe.
Weiter ging es damit, dass der damalige König statt Mac Beth jemand anderes zum Thronfolger gemacht hatte. Um die Prophezeiung zu erfüllen, wollte seine Frau ihn dazu bringen, den König und den Thronfolger umzubringen. Die Frau spielte auch eine sehr wichtige Rolle im Theater, weil sie Mac Beth immer wieder ermutigte, für seinen Königstitel alles zu tun, auch wenn Mac Beth am Mordplan zweifelte. In der Oper ging es auch genau darum, nämlich um dieses hexenartige Frauenbild, um die Vorstellung, dass die Frau den Mann ins Verderben stürzt und zu schlimmen Taten anstiftet, genau wie bei Adam und Eva. Auch die Musik widerspiegelte grosse Anspannung und Wahnsinn. Der Mann würde nichts machen, bis die Frau ihn dazu zwingt, seine Männlichkeit zu beweisen. Im Ursprünglichen Stück war es ja auch so, dass die drei Hexen ihm die Prophezeiung gebracht haben und ihn somit auf die Idee gebracht haben. Während Szenen wie dem Mord wurde der Gesang sowie das Orchester sehr laut und dramatisch.

Ein weiteres Motiv im Theater war der Rabe. Er symbolisierte den Tod, Unheil und auch Blut. Als Mac Beth den König ermordete, flogen überall schwarze Federn herum, welche wie gesagt sein Blut darstellen sollten. Die Federn passten sehr zum finsteren, unheimlichen Flair des ganzen Stücks. Auch in Koskys Interview betonte er, dass er sich mit dem Bühnenbildner Klaus darüber unterhalten habe, dass in der Originalversion viele Vögel auftauchen würden, besonders in düsteren Szenen und in Verbindung mit dem Tod. Deshalb wollten auch sie die Vögel in ihr Stück integrieren.
Als Macbeth im Stück König wurde, war die ganze Qual und Düsterheit noch lange nicht vorbei. Diese Atmosphäre, wurde durch die Musik dazu verstärkt.Das Ehepaar hörte Stimmen und sie wurden in einen Art Wahn hineingezogen. Lady Macbeth litt auch unter einem Waschzwang, weil sie das Gefühl hatte das Blut nicht mehr von den Händen zu bekommen. Durch ihre Angst, irgendjemand könnte sie verraten, brachten sie im Laufe des Stückes immer mehr Menschen um. Dazu gehörten auch Banco und dessen Nachfahren, die laut einer Prophezeiung die Thronfolger werden sollten. Bei einer weiteren Prophezeiung versichern ihm die Hexen, dass ihm keiner gefährlich werden könne, der von einer Frau geboren worden sei, und dass er unbesiegbar bleibe, bis sich der Wald von Birnam bewege.
Das Volk litt sehr unter der Schreckensherrschaft des Macbeth’s. Als sogenannter Retter kam Macduff, der sich bei Macbeth zudem auch rächen wollte, da dieser seine Vater umgebracht hatte. Zusammen mit Malcom wollte er Macbeth ein für allemal stürzen. Als Heer versteckten sie sich hinter Ästen des Waldes und bewegten sich so auf die Burg zu. Als Macduff und Macbeth schließlich im eins gegen eins Kampf waren, sagte Macduff, dass er ein Kaiserschnitt Kind sei, also nicht von einer Frau geboren worden war. Wir sehen also dass sich die Prophezeiung der Hexen erfüllt hatte, da der Wald sich “bewegt” hatte und weil Macduff nicht auf natürlichem Wege geboren wurde. Macbeth verlor den Kampf und Macduff wurde als erfolgreicher neuer König gekrönt.
Musikalisches Erlebnis
Die wohl bekannteste Vertonung von Macbeth, stammt von dem Komponisten Giuseppe Verdi. Diese Version wurde uns auch im Opernhaus vorgespielt. Es betont vor allem die düstere und beklemmende Atomsphäre des Stückes. Im Stück gab es viele Soli, diese meist von Macbeth oder dessen Frau gesungen wurden. Oftmals auch im Duett zusammen, was an einen Dialog erinnerte. Das andere Element war der Chor der Hexen, welche allerdings nicht selber am singen waren. Uns hat es sehr beeindruckt als auf einmal, gegen Ende des Stückes, die ganze Bühne voll mit verhüllten Gestalten, einen Chor bildete. Der Klang war an dieser Stelle extrem schön. Als weiteres musikalisches Element, gab es noch das Orchester, welches ein wenig versteckt in einem Graben war. Es war definitiv beeindruckend den Opernsänger*innen zu lauschen.
Alles in allem, war es ein unvergessliches Abend, mit musikalischen Höhepunkten. Den ganzen Abend dachten wir noch an die einzigartigen und kraftvollen Klänge zurück. Das Opernerlebnis, hat sicher die ganze Klasse sehr beeindruckt. Es war faszinierend, auf diese Weise Kultur zu entdecken, nur schon das Gebäude war einzigartig. Es erstaunte uns sehr, mit welcher Disziplin und Hochwertigkeit, die Opernsänger*innen aufgetreten waren. Wir fanden das Stück fesselnd aber auch ein wenig eintönig. Durch das, dass man immer die Untertitel mitlesen musste, war es so spät abends sehr anstrengend. Der Gesang war zwar atemberaubend, aber im Stück selber ist nicht extrem viel auf der Bühne passiert, was die einzelnen Szenen sehr ähnlich wirken liess. Das dezente Bühnenbild, war zwar komplette Absicht, machte für uns das Stück jedoch ein wenig uninteressant. Wir denken, dass wir vielleicht einfach nicht die ganz richtige Anspruchsgruppe waren. Trotzdem können wir dieses Erlebnis jedem weiterempfehlen und Opernbegeisterte werden dieses Stück sicher in vollen Zügen geniessen können.
Liebe Sara und Fanny,
Vielen Dank für den tollen Blogbeitrag. Ich fand sehr spannend, das ihr den Theaterbesuch und auch die Props in detail beschrieben habt.
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